Die Polizei holte die Schwimmerin später aus dem Wasser. Sie trug einen Neoprenanzug, trotzdem wurde eine mögliche Unterkühlung geprüft. Auch rechtliche Konsequenzen stehen im Raum, weil der Einsatz in einem besonders sensiblen Bereich rund um den Wal stattfand.
Wie nah sie dem Tier tatsächlich kam, wird je nach Bericht unterschiedlich beschrieben. Klar ist aber: Die Frau schwamm bis in unmittelbare Nähe des Buckelwals. Damit wurde aus dem ohnehin aufgeheizten Ostsee-Drama plötzlich auch noch ein riskanter Polizeieinsatz.
Der Zeitpunkt macht den Fall besonders brisant. Das Umweltministerium hält am Rettungsstopp fest. Laut veröffentlichtem Gutachten ist der Wal so geschwächt, dass weitere aktive Eingriffe eher Leiden verlängern würden, statt eine realistische Rückkehr ins tiefere Wasser zu ermöglichen.
Am Wochenende meldete das Ministerium keine Anzeichen für eine Stabilisierung. Die Atmung sei schwächer geworden, ein minimalinvasiver Mobilisierungsversuch mit eingespielten Walgesängen habe keine erkennbare Wirkung gezeigt. Die 500-Meter-Sperrzone bleibt bestehen.
Damit verschiebt sich das Ostsee-Drama immer stärker vom Rettungsversuch zum Kontrollproblem am Rand des Einsatzortes. Der Wal liegt weiter kritisch vor Poel, während Polizei und Behörden nun auch klären müssen, welche Folgen der spektakuläre Sprung für die Frau hat.
Quellen: Tagesspiegel, ZEIT, WELT, Bild, Regierungsportal Mecklenburg-Vorpommern



