Lohnkürzung bei Krankheit? Koalition prüft Karenztag, SPD widerspricht

Lohnkürzung bei Krankheit? Koalition prüft Karenztag, SPD widerspricht

Krank werden und sofort Geld verlieren – genau diese Sorge steht plötzlich im Raum. In Berlin wird laut Berichten darüber gesprochen, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu kürzen und sogar einen unbezahlten ersten Krankheitstag einzuführen.

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Noch ist das kein fertiges Gesetz. Nach bisherigem Stand geht es um Überlegungen aus den laufenden Gesprächen von Union und SPD. Im Kern dreht sich der Streit darum, ob die bisherige Sechs-Wochen-Regel für Arbeitgeber zu teuer geworden ist.

Der aktuelle Rechtsstand ist klar: Wer krank ist, bekommt in der Regel bis zu sechs Wochen weiter sein volles Gehalt vom Arbeitgeber. Erst danach springt die Krankenkasse mit Krankengeld ein. Genau an diesem Schutz wird nun politisch gerüttelt.

Die Unionsseite will laut den Berichten härter gegen den hohen Krankenstand vorgehen. Im Gespräch sind ein Karenztag ohne Lohn und eine kürzere Lohnfortzahlung. Für Beschäftigte würde das bedeuten: Schon kurze Krankheiten könnten direkt finanziell weh tun.

Brisant ist dabei der offene Koalitionskonflikt. Aus der SPD kam am Montag sofort Widerstand. Fraktionsvize Esra Limbacher stellte klar, dass eine Kürzung der Lohnfortzahlung nicht das Ziel seiner Partei sei. Die Debatte ist also politisch noch längst nicht entschieden.

Trotzdem ist der Vorstoß ein Warnsignal. Denn Merz kritisiert den Krankenstand schon seit Monaten, Arbeitgeberverbände drängen ebenfalls auf Einschnitte. Aus einer Prüfidee in Koalitionsrunden kann deshalb sehr schnell eine echte Sozialstaatsdebatte werden.

Quellen: WELT, stern, ZDFheute, Bundesgesundheitsministerium, BDA