Kebekus macht den Ulmen-Fall zur Lagerfrage und feuert die Rechtsstaatsdebatte an

Kebekus macht den Ulmen-Fall zur Lagerfrage und feuert die Rechtsstaatsdebatte an

Im Fall Collien Fernandes gegen Christian Ulmen geht es längst nicht mehr nur um schwere Vorwürfe, sondern auch um Haltung, Medien und Rechtsstaat. Jetzt verschärft Carolin Kebekus die Debatte, weil sie den Streit öffentlich in zwei Lager einteilt.

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In ihrer ARD-Show beschreibt Kebekus bei einem mutmaßlichen Übergriff ein Team „mutmaßlicher Täter“ und ein Team „mutmaßliches Opfer“. Sie sagt offen, auf welcher Seite sie steht. Genau diese Zuspitzung treibt die nächste Empörungswelle an.

Der Kernkonflikt dahinter ist heikel. Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Partner Christian Ulmen. Ulmens Anwalt weist zentrale Vorwürfe zurück, greift die Berichterstattung an und pocht auf presserechtliche Grenzen. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Parallel bleibt auch die juristische Lage in Bewegung. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hatte die Ermittlungen wieder aufgenommen und will die Akten nun nach Potsdam abgeben, weil dort mögliche Tatorte liegen könnten. Ein Urteil oder eine Anklage gibt es weiter nicht.

Kebekus trifft damit einen Nerv, weil viele Frauen im Fall Fernandes vor allem Solidarität und Konsequenzen fordern. Kritiker halten dagegen, dass moralische Parteinahme im Fernsehen schnell so wirkt, als werde ein offenes Verfahren kulturell schon vorentschieden.

Genau darin liegt die Fallhöhe dieser Geschichte. Auf der einen Seite steht die Forderung, digitale Gewalt endlich ernst zu nehmen. Auf der anderen Seite steht der rechtsstaatliche Grundsatz, dass auch im größten öffentlichen Sturm kein Schuldurteil vorab gesprochen wird.