Uni-Mensen verabschieden sich vom Fleisch – Klimatrend auf dem Campus

Uni-Mensen verabschieden sich vom Fleisch – Klimatrend auf dem Campus

An vielen Hochschulen in Deutschland entscheiden sich Studierendenwerke inzwischen, Fleisch aus dem Mensaangebot zu verbannen – ein klares Statement für Klima und Umwelt.

Neue Angebotslinien in NRW-Mensen Bereits im Februar 2024 stellte das Bistro Templergraben an der RWTH Aachen auf rein vegetarische und vegane Gerichte um, berichtet das Studierendenwerk. Arno Mattes, Leiter der Gastronomie, spricht von einem „richtigen Weg“ hin zu nachhaltiger Ernährung.

Studien aus Bayern zeigen: Ein achtwöchiger Verzicht auf Rindfleisch in Regensburger Mensen führte zu kaum wahrnehmbaren Reaktionen – eindeutig ein Zeichen für stillen Kurswechsel.

Klimabewusstsein gewinnt an Gewicht In Regensburg zitiert Prof. Dr. Andreas Roider (Uni Regensburg) das Ziel, bewusster mit Lebensmitteln umzugehen – der Rindfleisch-Verzicht stärkt das Reflektieren über Ernährung und Klima.

Im Januar 2025 entschieden sich Verantwortliche des Studierendenwerks Niederbayern/Oberpfalz für diesen Versuch – mit großem Aufsehen und nachhaltiger Wirkung.

Umstellung ohne großen Aufschrei Das Experiment in Regensburg, Passau und Straubing (28. Okt–20. Dez 2024) verlief ohne Beschwerden – wie Markus Bauer vom STWNO bestätigt: „keine negativen Rückmeldungen“ trotz 300.000 ausgegebener Essen.

Auch in Aachen gingen nur wenige Stimmen verloren – laut Templergraben-Koordinator Thorsten Köhnen verläuft die Umstellung glimpflich.

Studierende präferieren pflanzenbasierte Alternativen Eine Studie aus 2025 zeigt bei 12 universitären „Meat‑Free Days“ eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 53 %, allerdings legte der Umsatz an den betreffenden Tagen um 17 % nach.

Solche Klimatage steigerten Ballaststoffe um 27 %, reduzierten Cholesterin und Fett – allerdings wurden auch weniger Protein und mehr Zucker konsumiert .

Widerstand bleibt gering, nachhaltiger Effekt fraglich Trotz Umstellung auf fleischlos kippt das Essverhalten oft wieder – nach einem Tag ohne Fleisch steigt der Fleischkonsum im Schnitt um 3,5 %.

Experten warnen, dass Ernährungslösungen wie „Meat‑Free Days“ nachhaltiger gestaltet werden müssen – etwa durch Kundenbindung oder begleitende Kommunikation.

Fazit: Fleischverzicht mit Augenmaß Die Bewegung zu klimafreundlicheren Mensa-Angeboten gewinnt Momentum: Aachen setzt komplett fleischfrei, Regensburg testet Rindfleischverzicht – jeweils begleitet von stiller Akzeptanz. Doch langfristige Effekte erfordern mehr als reine Tagesaktionen – Begleitstrategien sind entscheidend.