Tesla-Feuer in Schwerte: Gutachten belastet Türautomatik, 57-Jähriger angeklagt

Tesla-Feuer in Schwerte: Gutachten belastet Türautomatik, 57-Jähriger angeklagt

Tesla-Feuer, tote Kinder, blockierte Rettung – der Fall aus Schwerte wird noch brisanter. Neben der Anklage gegen einen 57-Jährigen rückt jetzt ein Gutachten in den Fokus, das ein Versagen der automatischen Tür- und Fensteröffnung beschreibt.

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Der Crash passierte am 7. September 2025 auf der Rote-Haus-Straße in Schwerte. Nach bisherigen Ermittlungen geriet der Tesla bei einem Überholmanöver ins Schleudern, prallte gegen einen Baum und fing sofort Feuer. Der 43-jährige Fahrer und zwei neunjährige Kinder starben.

Ein weiteres Kind überlebte, weil es sich selbst aus dem Wagen retten konnte. Nach dem jetzigen Stand der Anklage soll ein 57-jähriger Passat-Fahrer dem Tesla beim Überholen in die Quere gekommen sein. Deshalb wirft ihm die Staatsanwaltschaft fahrlässige Tötung vor.

Besonders heikel ist nun die Technik-Frage. Laut den Berichten zum Gutachten funktionierte die automatische Tür- und Fensteröffnung nach dem Aufprall nicht. Warum die Automatik versagte, blieb demnach offen. Genau dieser Punkt nährt die Debatte, ob Hilfe von außen überhaupt noch möglich war.

Eine direkte Schuld des Herstellers leiten die Ermittler daraus bislang nicht ab. Trotzdem ist der Fall längst größer als ein einzelner Unfall. Das Kraftfahrt-Bundesamt wurde informiert, verweist bei möglichen Rückrufen aber auf die niederländische Zulassungsbehörde für den Tesla-Typ.

Damit treffen in Schwerte zwei mögliche Ursachen aufeinander: ein riskantes Fahrmanöver auf der Straße und ein Rettungsproblem am Auto. Als Nächstes entscheidet das Gericht, ob der Fall vor Gericht verhandelt wird – und die Debatte über versenkbare Türsysteme dürfte weiter an Fahrt gewinnen.

Quellen: Polizei Unna, Antenne Unna, t-online, WELT, ADAC